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Bayerische Alpen

Streckensperrungen Bayerische Alpen

4 gemeldete Sperrungen in den Bayerischen Alpen – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
B11 Kesselbergstraße, Kochel am See – Urfeld (Bergauffahrt)Die Auffahrt zum Kesselberg ist für Motorräder täglich von 15 bis 22 Uhr gesperrt. Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen hat die Regelung nach einer zweijährigen Testphase dauerhaft angeordnet, weil sich rund 78 Prozent der Unfälle in diesem Zeitfenster ereigneten.1. April bis 31. Oktober, 15–22 Uhr
B307 Sudelfeldstraße, Landkreisgrenze Rosenheim – Bayrischzell (Richtung Bayrischzell)Das Landratsamt Miesbach sperrt den Abschnitt täglich von 11 bis 21 Uhr für Motorräder, und zwar nur in Fahrtrichtung Bayrischzell; die Gegenrichtung bleibt frei. Grund sind 97 Unfälle mit Motorradbeteiligung zwischen 2018 und 2024. Mofas und Kleinkrafträder sind ausgenommen.1. April bis 31. Oktober, 11–21 Uhr
Kehlsteinstraße, Obersalzberg – KehlsteinhausDie Kehlsteinstraße ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Auffahren dürfen ausschließlich die Spezialbusse der Kehlsteinlinie, private Pkw, Motorräder und Radfahrer nicht. Im Winter ruht der Betrieb ganz.dauerhaft, Busbetrieb nur Mai bis Oktober
Klausbachtal- und Hirschbichlstraße, Ramsau (Hintersee) – Hirschbichl – Weißbach bei LoferDie Straße liegt fast vollständig im Nationalpark Berchtesgaden und ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Befahren darf sie nur der ALMErlebnisBUS sowie Berechtigte; ein Grenzübertritt mit dem eigenen Fahrzeug ist nicht möglich.dauerhaft

Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.

Streckenlage

Streckenzustand und Fahrverbote am Kesselberg, Sudelfeld und an der Grenze

Die Bayerischen Alpen in Oberbayern sind eines der dichtesten Kurvenreviere Deutschlands – und genau deshalb auch eines der am stärksten regulierten. Vom Rand des Allgäus über das Werdenfelser Land bei Garmisch-Partenkirchen, das Tegernsee- und Schliersee-Gebiet und den Chiemgau bis nach Berchtesgaden reiht sich ein Bergrücken an den nächsten. Die Strecken führen durch große Kulisse, sind aber eng, im Schatten der Nordhänge oft feucht und an Wochenenden stark überlaufen. Wer hier souverän fahren will, plant defensiv und rechnet mit allem: querenden Wanderern, Radfahrern in Gruppen, Bussen in den Spitzkehren und Gegenverkehr, der die Mittellinie schneidet.

Motorräder auf der Passstraße mit Blick auf den Thiersee
Blick auf den Thiersee an der Straße über den Ursprungpass (836 m)

Zwei Strecken stehen exemplarisch für das Spannungsfeld zwischen Fahrspaß und Anwohnerschutz. Die Kesselbergstraße (B11) zwischen Kochelsee und Walchensee gilt seit Jahrzehnten als Motorrad-Klassiker, ist aber zugleich ein Unfallschwerpunkt. Hier gilt streckenweise ein generelles Tempolimit von 60 km/h mit ausgedehnten Überholverboten, dazu wurde ein elektronisches Lärmdisplay neben ADAC-Warnschildern installiert, das zu rücksichtsvollerem Fahren mahnt. Verschärfend kommt ein zeitlich begrenztes Motorrad-Fahrverbot hinzu: Bergauf von Kochel am See Richtung Walchensee ist die Strecke in der Saison (1. April bis 31. Oktober) an Werktagen nachmittags und abends für Motorräder gesperrt. Hintergrund ist die Unfallhäufung – ein hoher Anteil der Motorradunfälle ereignete sich genau in diesem Nachmittags- und Abendfenster.

Ähnlich die Sudelfeldstraße (B307) zwischen Bayrischzell und dem Tatzelwurm: kurvenreich, landschaftlich reizvoll und Teil der Deutschen Alpenstraße, zugleich aber wegen anhaltender Unfallzahlen scharf reguliert. Tempolimits von 60 km/h, teils 50 km/h, sowie Überholverbote werden häufig kontrolliert. Auch hier gilt in der Saison ein saisonales Motorrad-Fahrverbot in Fahrtrichtung Bayrischzell, tagsüber über mehrere Stunden – Mofas, Leicht- und Kleinkrafträder sind ausgenommen. Die Regelungen werden jährlich angepasst; maßgeblich ist die Beschilderung vor Ort.

Auf den freien Strecken gelten die normalen deutschen Verkehrsregeln. Innerorts sind 50 km/h erlaubt, außerorts 100 km/h für Pkw und Motorräder, auf Autobahnen existiert kein generelles Tempolimit, jedoch eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Für Motorräder fällt auf deutschen Autobahnen keine Maut an. Es gilt die 0,5-Promille-Grenze; Fahranfänger und unter 21-Jährige unterliegen der absoluten Null. Innerörtliche und außerörtliche Bundesstraßen durch die Bergdörfer sind oft zusätzlich auf 30 oder 70 km/h heruntergeregelt – ortsfeste und mobile Kontrollen sind im gesamten Alpenraum verbreitet.

Motorräder auf der Sudelfeldstraße zwischen bewaldeten Hängen
Unterwegs auf der Sudelfeldstraße (1.123 m)

Wichtig an der Grenze nach Österreich: Sobald die Route auf österreichisches Staatsgebiet wechselt – das betrifft etwa Abschnitte rund um die Rossfeldpanoramastraße bei Berchtesgaden, deren Gipfelteil teils über österreichisches Hochplateau führt, oder Touren über die nahe Tiroler Seite – gilt österreichisches Recht. Auf Autobahnen und Schnellstraßen ist dort eine Vignette Pflicht, hochalpine Panoramastraßen kosten zusätzlich Sondermaut. Tirol verhängt zudem in einzelnen Bezirken (etwa Reutte und Imst) jährlich von Mitte April bis Ende Oktober Fahrverbote für laute Motorräder: Maschinen mit einem Standgeräusch (Nahfeldpegel) über 95 dB(A) dürfen bestimmte Straßen wie die Hahntennjoch-Route nicht befahren. Maßgeblich ist der Standgeräusch-Eintrag in den Fahrzeugpapieren; kontrolliert wird anhand dieser Angabe.

Zum Streckenzustand selbst: Die Deutsche Alpenstraße als landschaftliches Rückgrat der Region führt auf 484 kurvenreichen Kilometern von Lindau am Bodensee bis Schönau am Königssee und bündelt viele der hier beschriebenen Bundesstraßen. Wer von Westen her einsteigt, streift den Allgäu-Rand mit der Jochstraße über das Oberjoch bei Bad Hindelang – mit rund 106 Kehren gilt sie als kurvenreichste Straße Deutschlands und ist als höchstgelegene Bundesstraße mautfrei (Passhöhe rund 1.178 m). Die Beläge sind im gesamten Alpenraum überwiegend gut, doch nach Wintern mit Frostschäden tauchen im Frühjahr Schlaglöcher, Bodenwellen und frischer Rollsplitt auf. In Tunneln und auf Brücken kann es bei Nässe ruppig werden, und in den Bergdörfern wechseln die Tempolimits in kurzer Folge.

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